16. Juni 2017 |

Poststellenkahlschlag im Thurgau - der Kanton verliert mehr als einen Drittel der Poststellen

Post ignoriert Nationalrat

Heute hat die Post ihre Schliessungsabsichten für den Kanton Thurgau bekannt gegeben. Dabei wird eines klar: Entscheide der Politik werden offensichtlich von der Post ignoriert. Der Nationalrat hat am 30. Mai 2017 eine Motion verabschiedet, welche die aktuellen Schliessungsabsichten verunmöglichen würde. Mit den mit dem Kahlschlag verbundenen Auslagerungen betreibt die Post zudem Lohndumping.

Schliessungswelle im Kanton Thurgau

Im Kanton Thurgau sollen von heute 35 Poststellen 12 geschlossen werden. Davon sind zwei bereits im Schliessungsprozess und 2 weitere Poststellen (Dussnang und Bichelsee-Balterswil) wurden seit Oktober 2016 schon geschlossen.
Damit verliert Thurgau mehr als einen Drittel der Poststellen. Die von der Post vorgeschlagenen alternativen Zugangsmöglichkeiten sind keine echten Alternativen, weil sie jeweils nur einen einzigen oder ganz wenige Services anbieten.

Schliessungsprozess muss boykottiert werden
Diese Mitteilung kommt nur zwei Wochen später, nachdem der Nationalrat mit 172 zu 13 Stimmen sich klar gegen den aktuellen Abbau ausgesprochen hat. Der Nationalrat macht deutlich, dass er weiterhin auf das volle Serviceangebot und ein gut ausgebautes Netz besteht. Offensichtlich schert sich die Postführung nicht einen Deut um den Willen der Politik. Solange auch der Bundesrat weiterhin die Hände in den Schoss legt, sind im Thurgau - wie auch in der ganzen Schweiz - die Gemeinden und die Kantone gut beraten, sich vehement gegen den Abbau zur Wehr zu setzen. Es gilt dabei, die Gespräche mit der Post erst dann weiterzuführen, wenn das Postgesetz revidiert worden ist. Nur so kann verhindert werden, dass man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

Agenturen müssen unter GAV
syndicom wehrt sich nicht per se gegen Postagenturen. Sie kommen allerdings nur dann in Frage, wenn sie, wie vom Nationalrat gefordert, das volle Service-Angebot abdecken und die Mitarbeitenden zu GAV-Löhnen beschäftigt werden. Alles andere ist Lohndumping seitens der Post.


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